Schrankenanlagen im barrierefreien Facility Management
Schrankenanlagen sind ein wesentliches Element der Zufahrts- und Zutrittskontrolle in Immobilien und Liegenschaften. Sie dienen der Steuerung von Fahrzeug- und Personenströmen, der Sicherung von Arealen sowie der Organisation von Betriebsabläufen.
Im Kontext der Barrierefreiheit erhalten Schrankenanlagen eine zusätzliche Bedeutung: Sie müssen so gestaltet und betrieben werden, dass sie für alle Nutzergruppen zugänglich, verständlich und sicher nutzbar sind. Dies umfasst insbesondere Menschen mit Mobilitäts-, Seh- oder Hörbeeinträchtigungen.
Die Anforderungen ergeben sich u. a. aus der Normenreihe DIN 18040, die festlegt, dass bauliche Anlagen und Zugangssysteme barrierefrei nutzbar sein müssen.
Zugangssysteme und Barrierefreiheit bei Schrankenanlagen
Barrierefreiheit bei Schrankenanlagen bedeutet nicht nur Zugänglichkeit, sondern eine ganzheitliche Betrachtung von Nutzung, Sicherheit und Bedienbarkeit.
Zentrale Zielsetzungen
Ziel
Beschreibung
Zugänglichkeit
Nutzung für alle Personengruppen ohne fremde Hilfe
Sicherheit
Vermeidung von Gefährdungen für Personen
Verständlichkeit
Intuitive Bedienung und klare Signale
Gleichberechtigung
Keine Benachteiligung einzelner Nutzergruppen
Wirtschaftlichkeit
Effiziente Prozesse ohne zusätzliche Personalaufwände
Anforderungen an die Barrierefreiheit
Barrierefreie Schrankenanlagen müssen sowohl baulich als auch technisch angepasst werden. Dabei sind insbesondere Bewegungsflächen, Bedienhöhen und Informationssysteme zu berücksichtigen.
Zentrale Anforderungen
Bereich
Anforderungen
Bedienbarkeit
Erreichbare Bedienelemente (z. B. Terminals, Taster)
Bewegungsflächen
Ausreichender Raum für Rollstühle und Fahrzeuge
Sichtbarkeit
Klare Kennzeichnung und Beleuchtung
Signalgebung
Akustische und visuelle Rückmeldungen
Zugänglichkeit
Alternativen zur manuellen Bedienung
Ein wesentliches Prinzip ist das Zwei-Sinne-Prinzip, bei dem Informationen über mindestens zwei Sinne (z. B. visuell und akustisch) vermittelt werden, um eine sichere Nutzung zu gewährleisten.
Technische und sicherheitsrelevante Anforderungen
Neben der Barrierefreiheit sind Schrankenanlagen sicherheitskritische Systeme und unterliegen umfangreichen normativen Anforderungen.
Neben der Barrierefreiheit sind Schrankenanlagen sicherheitskritische Systeme und unterliegen umfangreichen normativen Anforderungen.
Aspekt
Beschreibung
Kollisionsschutz
Einsatz von Lichtschranken oder Sensoren
Kraftbegrenzung
Begrenzung der Schließkräfte
Notfallbetrieb
Manuelle Öffnung im Störungsfall
Gefahrenvermeidung
Schutz vor Quetsch- und Scherstellen
Sichtbarkeit
Markierung beweglicher Teile
Normen wie DIN EN 13241 sowie DIN EN 12453 definieren Anforderungen an Sicherheit, Konstruktion und Betrieb von Schrankenanlagen.
Integration in das Gebäude und die Infrastruktur
Schrankenanlagen sind Teil eines übergeordneten Systems und müssen integrativ geplant werden.
Integrationsaspekte
Bereich
Bedeutung
Verkehrsführung
Klare Trennung von Fahrzeug- und Fußgängerströmen
Zutrittskontrolle
Verbindung mit Zugangssystemen
Sicherheitskonzept
Integration in Sicherheits- und Notfallkonzepte
Wegeleitsystem
Unterstützung durch klare Orientierung
Gebäudeautomation
Einbindung in digitale Systeme
Eine unzureichende Integration führt häufig zu Barrieren, ineffizienten Abläufen und Sicherheitsrisiken.
Betreiberverantwortung im Betrieb
Der Betreiber ist verpflichtet, die sichere und barrierefreie Nutzung der Schrankenanlage zu gewährleisten. Dies umfasst sowohl technische als auch organisatorische Maßnahmen.
Betreiberpflichten
Pflicht
Beschreibung
Gefährdungsbeurteilung
Bewertung von Risiken im Betrieb
Wartung und Prüfung
Sicherstellung der Funktionsfähigkeit
Schulung
Einweisung von Personal
Dokumentation
Nachweis aller Maßnahmen
Anpassung
Berücksichtigung von Nutzungsänderungen
Die Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung ist insbesondere im Kontext von Arbeitsschutz und Verkehrssicherungspflichten erforderlich.
Barrierefreiheit wird häufig als zusätzlicher Aufwand betrachtet, ist jedoch ein wesentlicher wirtschaftlicher Faktor.
Wirtschaftliche Effekte
Faktor
Wirkung
Reduzierte Störungen
Weniger Bedienfehler und Rückfragen
Effiziente Prozesse
Schnellere Zufahrts- und Zutrittsabläufe
Vermeidung von Schäden
Reduktion von Unfällen und Haftungsfällen
Nutzerzufriedenheit
Verbesserte Akzeptanz und Nutzung
Zukunftssicherheit
Anpassungsfähigkeit an gesetzliche Anforderungen
Barrierefreie Systeme reduzieren langfristig Betriebskosten und erhöhen die Effizienz der Gesamtorganisation.
In der Praxis treten häufig folgende Probleme auf:
zu hoch oder schlecht erreichbare Bedienelemente
fehlende akustische oder visuelle Signale
unzureichende Bewegungsflächen
mangelnde Abstimmung mit Verkehrs- und Sicherheitskonzepten
fehlende Wartung und Prüfung
Diese führen zu Einschränkungen in der Nutzung und erhöhen Risiken im Betrieb.
FM-Connect.com empfiehlt einen integrierten Ansatz:
frühzeitige Berücksichtigung der Barrierefreiheit in der Planung
Kombination aus technischer, baulicher und organisatorischer Lösung
Integration in Zutritts-, Sicherheits- und Wegeleitsysteme
Nutzung digitaler Steuerungs- und Monitoring-Systeme
kontinuierliche Überprüfung und Optimierung
Anspruch
Schrankenanlagen sind ein zentraler Bestandteil der Zugangskontrolle und müssen im modernen Facility Management barrierefrei gestaltet werden.
Sie verbinden Sicherheit, Organisation und Nutzerfreundlichkeit und tragen maßgeblich zur Effizienz und Qualität des Betriebs bei.
Für FM-Connect.com sind barrierefreie Schrankenanlagen daher ein integraler Bestandteil unserer FM-Solutions – mit direktem Einfluss auf Sicherheit, Compliance und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Immobilien.