Ein Hindernis im Weg ist kein Fehler im Menschen.
Frage nicht, wie Menschen sich deinem Haus anpassen können. Frage, wie das Haus ihnen dienen kann. Menschen gehen, sehen, hören und lernen verschieden. Manche brauchen dauerhaft Hilfe, andere nur eine Zeit lang. Nicht jede Behinderung ist sichtbar. Plane für diese Vielfalt. Was vielen dient, muss manchmal für einen einzelnen Menschen ergänzt werden. Ermögliche selbstständiges Handeln. Frage, bevor du hilfst. Achte auch ein Nein.
Wer Unterstützung braucht, verliert nicht das Recht, selbst zu entscheiden.
Den Weg ändern
Eine Brücke dient wenig, wenn sie vor dem anderen Ufer endet.
Denke vom Ankommen bis zum Verlassen. Verbinde Außenwege, Eingang, Empfang, Aufzug und Räume. Plane genügend Platz, leicht bedienbare Türen und erreichbare Schalter. Sorge für nutzbare Arbeitsplätze, Toiletten, Essplätze und Orte der Ruhe. Gib wichtige Hinweise auf mehreren Wegen: zum Sehen, Hören oder Tasten. Achte auf gutes Licht und klare Unterschiede zwischen hell und dunkel. Vermeide blendendes Licht, Lärm und starken Hall. Eine Rampe allein macht noch kein Haus zugänglich.
Niemand soll am Eingang willkommen sein und am nächsten Hindernis ausgeschlossen werden.
Ein Wort ist nicht klar, nur weil der Sprechende es versteht.
Nutze einfache Worte, gut lesbare Schrift und klare Bilder. Biete bei Bedarf Leichte Sprache und Gebärdensprache. Gestalte auch Internetseiten, Dokumente, Buchungen und Anmeldungen zugänglich. Sie sollen mit Tastatur und Vorleseprogrammen nutzbar sein. Beschreibe wichtige Bilder. Ergänze Videos durch Untertitel. Gib Zeit zum Verstehen und Antworten. Halte persönliche Hilfe bereit. Niemand soll allein wegen eines fehlenden Handys draußen bleiben.
Gute Technik öffnet einen Weg. Sie stellt sich nicht als neue Schranke davor.
Wer für andere plant, ohne ihnen zuzuhören, kennt nur seinen eigenen Weg.
Beteilige Menschen mit Behinderungen früh. Höre Beschäftigte, ihre Vertretung und die Schwerbehindertenvertretung. Prüfe gemeinsam vorhandene Hindernisse und neue Lösungen. Kläre geltende Gesetze, fachliche Regeln und Genehmigungen. Vereinbare, wer entscheidet, baut, betreut und prüft. Gib diesen Menschen Wissen, Zeit und Geld. Denke beim Kaufen und Umbauen an spätere Nutzung und Pflege. Halte Aufgaben und Termine fest. Prüfe den Nutzen über viele Jahre.
Teilhabe ist kein Schmuck für gute Zeiten.
Ein guter Weg braucht nicht nur einen Anfang. Er braucht Pflege.
Halte Wege und Toiletten frei. Pflege Türen, Aufzüge und Hilfsmittel. Prüfe nach Veränderungen erneut. Zeige bei Ausfällen verständlich, welche sicheren Möglichkeiten bleiben. Plane Warnungen zum Sehen und Hören, bei Bedarf auch zum Fühlen. Sorge für nutzbare Notrufe und sichere Rettung. Vereinbare geschulte Hilfe und Vertretung. Übe gemeinsam. Nimm Beschwerden ernst. Prüfe nicht nur Maße auf Papier, sondern das wirkliche Ankommen.
Gute Barrierefreiheit verlangt keinen Dank. Sie lässt Menschen dazugehören, ohne sich dafür erklären zu müssen.